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Auf Donauwellen von Land zu Land, von Stadt zu Stadt –

 

Impressionen einer Donaureise mit MS „Maxima“ von nicko Cruises, notiert von Udo Horn  ( April 2017)

  

Die Flussreise von Passau nach Budapest gilt nach wie vor  als Klassiker.

 Mit Budapest, Wien und Bratislava können während eines „typischen“ Donautörns von Passau bis zur ungarischen Metropole und zurück gleich drei europäische Hauptstädtebesichtigt werden.

 Hinzu kommt Linz mit weiteren zahlreichen und interessanten Höhepunkten. Eigentlich müßte ebenso die schöne  Drei-Flüsse-Stadt Passau erwähnt werden, aber die Mehrheit der Gäste geht hier an oder von Bord.

 as gegebene Veranstalter-Versprechen von nicko cruises Flussreisen „Schöne Natur und beeindruckende Architektur, fremde Kulturen und Denkweisen, Wissenswertes und Unbekanntes“ weckte in mir Neugier und Wissensdurst  und so entschloß ich mich, dieses Versprechen an Bord  der MS Maxima zu testen. In Kooperation mit dem Partner des Reiseveranstalters der Redaktion der Zeitschrift GEO wurde eine Kooperation geschlossen, die sich auf die inhaltliche Gestaltung und Vermarktung neuartiger Flussreisen unter der Marke GEO cruises bezieht.

  

An der „schönen blauen“  Donau – sie ist aber in der Realität grün -  erkannte schon Johann Strauß den Reiz des Stromes, der mit seiner Anmut, Gelassenheit und Vielfalt das  Mekka eines  (fast) jeden Flussreisenden darstellt. Gäste aus aller Welt fühlen sich angezogen vom Strom, der mit seinen 2850 Kilometern in seiner Länge europaweit nur noch der Wolga unterliegt. Nirgends  sonst auf der Welt herrscht ein so dichtes Aufkommen an Flussschiffen wie auf der Donau.

 Im Donautal vereinen sich idyllische Landschaften perfekt mit einzigartigen historischen Kulturstätten.

  

1.    Tag – Start in Passau

 Viele Flusskreuzfahrer starten ihre Reise in Passau, einer der ältesten Städte Deutschlands. Im Stepahnsdom erwartet sie die größte Kirchenorgel der Welt, gleich daneben können sie sich an einem der schönsten Plätze Passaus niederlassen, dem Residenzplatz.  Hier darf man sich durchaus ein kühles  Weizen gönnen, denn das Weizenbier kommt schließlich von hier. Vor fast 500 Jahren wurde es erstmals in Passau gebraut.

 Im Stadthafen von Passau wartet schon die im Jahre 2003 in Dienst gestellte MS „Maxima“ auf uns. 

 Elegant und gemütlich ist das Interieur der 90 Bordkabinen unseres zeitweiligen, schwimmenden  Zuhauses.

 Mit fast 127 Metern Länge und einer Schiffsbreite von gut 12 Metern hat das Viersterne-Wohlfühlschiff eine ausreichende Größe und man läuft nicht Gefahr, sich auf den drei Decks zu verirren. Schnell wächst man mit den 180 Gästen und  40 Crewmitgliedern zusammen.

Dazu tragen auch die abwechslungsreichen Mahlzeiten bei, auf deren Details ich jedoch später noch eingehen werde.

 1200 Kilometer auf dem Wasser liegen vor uns – durch Österreich, die Slowakai und Ungarn.

  

Einst war die Strecke zwischen Passau und Wien aufgrund ihrer Strudel, Untiefen und Felsen gefürchtet. Mittlerweile haben die zehn Staustufen zwischen Passau und Wien  alle ehemaligen Engpässe entschärft. Durch manche Schleusen ist die  Ein – und Ausfahrt aber immer noch Millimeterarbeit. In Jochenstein – zwanzig Kilometer stromaufwärts von Passau – werden die Schiffe in zwei Schleusenkammern auf bis zu zehn Meter abgesenkt oder angehoben.

 Auch in Fahrt gefällt unser Schiff. Es fehlt an nichts, was erfahrene Gäste  erwarten. Wir können zum Beispiel nach dem Ablegen noch in der Sauna oder im Whirlpool entspannen. 

 Aber ich bevorzuge es, auf dem Außendeck die vorbeiziehende Landschaft mit  sattem Grün in allen Schattierungen zu  genießen.

 Morgen in aller Frühe erwartet uns schon das erste Ausflugsziel.

  

2.    Tag Krems

 Am Ende der sogenannten Wachau,  liegt eines der ältesten Städte Österreichs, die 1000-jährige Handels- und Schifferstadt Krems. Die Altstadt von Krems gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, welches  der Stadt im Jahre 2000 anerkannt wurde. Das Wahrzeichen der Stadt, das Steinerne Tor, wurde im Jahr 2005 aufwendig restauriert und ist Ausgangspunkt einer abwechslungsreichen Stadtbesichtigung. Höhepunkte unseres kurzweiligen „Genuss-Stadtführung sind  die überraschenden Verkostungen echter Frankfurter Würstl, sowie selbstgebrannten alkoholischen Likörköstlichkeiten und Kremser Schokoladenkunst.

 Nach der Abfahrt in Krems unterfährt unsere „Maxima“ einige, sehr  niedrige Donaubrücken.  Die Gäste auf dem Sonnendeck müssen jetzt sitzen bleiben , nur wenige Zentimeter sind es zwischen ihren Köpfen und  den Brücken.

  

3.    / 4. Tag Esztergom und Budapest

Unser Aufenthalt in Esztergom ist nur von kurzer Dauer. Also heißt es, möglichst viel zu entdecken in nur wenig zur Verfügung stehender Zeit. Esztergom empfängt seine Besucher mit einem faszinierenden Bild. Der Fluss scheint direkt auf eine Kuppel zuzulaufen.

 Das zirka 30.000 Einwohner zählende Esztergom, Budapests frühere Hauptstadt, markiert den Beginn des schönsten Donauabschnitts. Die prachtvolle Kathedrale, auch als Basilika von Esztergom genannt, ist die größte Kirche Ungarns, die zweitgrößte Europas und  drittgrößte dieser Art weltweit und damit auch ein Hauptanziehungspunkt für zahlreiche Touristen aus aller Welt.

 Nach der Besichtigung der Kathedrale heißt es wieder zurück an Bord. Schließlich wollen wir noch rechtzeitig  vor Sonnenuntergang die faszinierende Einfahrt nach Budapest auf Deck unseres Schiffes erleben.

 Der nun folgende, rund 60 Kilometer lange Flussabschnitt, der zwischen den Orten Esztergom und Szentendre verläuft, wird allgemein als „Donauknie“ bezeichnet. Er macht nur etwa ein Siebtel der Gesamtlänge des Stromes auf ungarischem Gebiet aus, ist aber zweifellos der reizvollste Teil.

  

BUDAPEST

 Was für eine Aussicht! Gegen Neunzehn Uhr erreichen wir die Einmündung zur Donaumetropole. Wenn am Abend die Scheinwerfer angeschaltet werden und Budapests architektonische Schmuckstücke in magisches Licht tauchen, kann sich wohl niemand diesem besonderen Zauber entziehen.

 Uns bleiben nun fast zwei Tage Zeit, Budapest auf eigener Zeitplanung oder mit  Unterstützung der angebotenen Ausflugsprogramme zu erkunden.

 Budapest – die Königin der Donau – ist eine der schönsten Städte Europas. Die Donau fließt durch das Herz der 1,8-Millionen-Stadt und teilt sie in den flachen Teil Pest, und  den hügeligen Stadtteil Buda. 1873 vereinigten sich die drei Städte Buda, Pest und Obuda zu Budapest.

  

Zehn Brücken überspannen die Donau im unmittelbaren Umfeld der Millionenmetropole.  Zu Fuß erreichen wir eine der schönsten Markthallen Europas.

 Mein Tipp: Im Obergeschoss kann man an den Essenständen preiswert zu Mittag essen – gute, deftige ungarische Küche. 

  

Budapest ist mit 120 Heilquellen und 21 Bädern eines der größten Kur- und Bäderorte Europas. Das prachtvolle Rudas Bad lädt  an den Wochenenden zu nächtlichen Bade-Partys ein, leider hatte ich nicht die Zeit, es  selbst zu erleben. Stattdessen nahm ich das Angebot einer fast zweistündigen Lichterfahrt auf der Donau an, bot sich doch hier die Chance, Budapest von der Wasserseite her mit fachlicher Erklärung eines Reisebetreuers zu entdecken.  Im nächtlichen Glanz und musikalische Unterhaltung  verbreiteten die beliebten Sehenswürdigkeiten wie die Burg, Fischerbastei, Kettenbrücke und  das Parlament eine ganz besondere Atmosphäre. Wussten Sie eigentlich, dass das prachtvolle Parlamentsgebäude in Budapest nach Vorbild des Londoner Westminster-Palastes erbaut wurde oder dass das 268 Meter lange Gebäude eines der größten Gebäude der Welt ist?

  

Wer sich diesem Trubel entziehen wollte, für denjenigen Gast  stand ein ganz besonderes Angebot zur Verfügung, ein Kochkurs in Budapest. Bei diesem Ausflug hatten die Gäste die Gelegenheit mit einem ungarischen Koch zusammen eine landestypische Mahlzeit zu zubereiten und selbstverständlich im Anschluss auch zu verkosten.

 Am späten Abend müssen wir leider schon Abschied von Budapest nehmen, unsere Reise geht weiter aber noch stehen einige interessante Ausflugsziele während der 8 –tägigen Flussreise im Programm.

  

5. Tag Bratislava

 Am frühen Nachmittag erreichen wir Bratislava.

 Bratislava gehört zweifelsfrei zu den aufstrebenden, europäischen Hauptstädten. Über Jahrhunderte befand sich Bratislava im Schatten der großen Donaumetropolen Wien und Budapest.  Nach der staatlichen Unabhängigkeit der Slowakei 1993 ist Bratislava auf dem Weg zu einem hochfrequentierten Urlaubsziel und kulturellen Anziehungspunkt geworden.

 Wahrzeichen der slowakischen Hauptstadt: die Burg Bratislava. 85 Meter ragt sie über der Donau und wurde zum ersten Mal 805 bzw. 907 erwähnt. Nachdem ein Brand  die Gemäuer 1811 fast völlig zerstörte, begegnet es Besuchern heute zum größten Teil wieder so, wie es auch zur Zeit von Maria Theresia ausgesehen hat.

 Heute dient die Burg als Museum und Repräsentationsgebäude.

 Die meisten Sehenswürdigkeiten  - abgesehen von der Burg – konzentrieren sich in der Altstadt. Sie lassen sich daher bequem zu Fuß erkunden.

 Ein Land mit allen Sinnen genießen beinhaltet auch den Genuss lokaler Köstlichkeiten.

 Diese Möglichkeit bot sich für uns auch an Bord. Unter Leitung des aus Österreich stammenden Küchenchefs Edwin Miranda und des aus der Türkei stammenden  Restaurantleiters Üygar Üner wurde  uns ein beeindruckendes und  sehr schmackhaftes Slowakisch-Ungarisches Buffet präsentiert.

 Von Bratislava nach Wien – unserem vorletzten Reisestopp - sind es nur wenige Flusskilometer.

  

6. Tag Wien

Durch das UNESCO-geschützte Wachau-Tal fahren wir weiter in Richtung Niederösterreich zur Hauptstadt Wien.

 Wien – einst Herrschaftszentrum der österreichisch-ungarischen Monarchie – hat an Flair nichts eingebüßt. Noch immer strahlt die 1,7 –Millionen-Stadt ihren Weltruhm aus.

 Zum vielfältigen Kulturerbe hier zählt selbstverständlich die Wiener Klassik, auch die Geschichte um Kaiser Franz Joseph, seiner Sissi und der Habsburger Monarchie.

 In den Cafes wird zudem bis heute die traditionelle Wiener Kaffeehauskultur gelebt.

 Mit der Straßenbahnlinie D können wir im Ring zu fast allen wichtigen Sehenswürdigkeiten im Zentrum wie St. Stephan, Michaelerplatz, Hofburg, Josefplatz, Blutgasse, Staatsoper und weiter fahren. Noch bequemer geht es mit der Vienna Ringtram, die ein Hop-on-Hop-off ermöglicht, aber extra  kostet. Die „Wien-Card“ gibt es bereits für 19,90 Euro.

 Durch die Kooperation mit dem GEO-Magazin wird den Gästen an Bord ein besonderes anspruchsvolles Foto-Workshop-Programm unter professioneller Anleitung angeboten.

 Die teilnehmenden Gäste profitieren so von den Erfahrungen professioneller Fotografen und erhalten so nützliche Tipps für die Motivsuche und  das Festhalten ihrer Reise-Eindrücke.

 Die Gäste der GEO cruises dürfen sich – unabhängig von der Route –an Bord des 4-Sterne-Schiffes MS Maxima auf den persönlichen Austausch mit GEO-Experten freuen, der unter anderem einen abendlichen Bildervortrag und ein Fotocoaching anbietet.

  

7. Tag Linz

 Leicht erkennbare Befestigungsanlagen kündigen die Stadt Linz an. Es  sind die Reste eines nach den napoleonischen Kriegen errichteten Verteidigungssystems, das ganz Linz umschloss. Linz ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und mit rund 200.000 Einwohnern nach Wien und Graz die drittgrößte Stadt Österreichs.

 Sie gilt nicht zu Unrecht als europäische Kulturhauptstadt ersten Ranges.

 Beim ersten Besuch empfiehlt sich ein geführter Rundgang durch die Kulturhauptstadt von 2009, wie er auch an Bord  unserer „Maxima“ angeboten wird.

Der Linzer Hauptplatz – nur ein paar Meter vom Stadthafen entfernt – ist das Stadtzentrum von Linz und mit  13.140 m² einer der größten unbebauten Plätze Österreichs.

 Vom Hauptplatz aus, zu Fuß wenige Minuten vom Schiffsanlegeplatz entfernt, überwindet die „steilste Schienenbergbahn“ in 20 Minuten auf ihrer 4,14 Kilometer kurzen Strecke einen Höhenunterschied von 255 Metern. Hier hat man den schönsten Blick auf Stadt und Donau.

 Wer noch mehr sehen und erleben möchte, dem sei geraten,  mit der Linie 2 zunehmen. Die „Linz-Karte“ für einen Tag kostet 15 Euro. Das Besondere an dieser Karte sind die eingeschlossenen Besuche  der bedeutenden Museen.

 Linz beeindruckt auch mit dem Brucknerhaus, dem Ars Electronika Center und einem großen Kunstmuseum. Mozart komponierte hier seine „Linzer Symphonie“ und Beethoven seine 8. Symphonie.

 

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Vieles haben wir erleben können. Wir haben die „Welt mit anderen Augen gesehen“. Schöne Natur, beeindruckende Architektur, fremde Kulturen und Denkweisen, Wissenswertes und Unbekanntes.

 Meine Neugier und mein Wissensdurst wurden nicht enttäuscht. Gern wäre ich noch weitere Tage und Wochen an Bord der Maxima geblieben um  wiederum Neues zu entdecken. Aber alles reisen hat auch sein Ende und so bleibt in mir das Wissen,  „Die Welt – unsere Tour – mit anderen Augen gesehen zu haben“

  

8. Tag zurück nach Passau

 Was bleibt ist der Blick zurück, an das was, die international besetzte und tolle Crew an Bord um Kapitän Adrian Viorel Nita,  auch hinter den Kulissen  geleistet hat:

 Während unserer 8-tägigen Flussreise entlang der „blauen“ Donau wurden:

 4580 Teller angerichtet, 170 Kilogramm Kartoffeln, 30 Kilogramm Karotten und 5 Kilogramm Knoblauch geschält, 4580 mal Teller serviert, 2700 mal Gläser poliert, (wobei leider 38 Gläser unglücklicherweise zu Bruch gingen), 2250 mal Handtücher gewaschen und gefaltet, 2870 Servietten gewaschen und gemangelt, 2870 mal Kopien für die Landgangs-Programme kopiert und 2230 Audiokassetten geladen und  ausgetauscht.

 Autor: Udo Horn, Rostock, www.maritime-momente.com, Mai 2017.